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TVP »fehlt Siegeswille«

Petterweil verliert Spitzenspiel in Wiesbaden »nur« mit 27:30

(kun) Als Wiesbadens Trainer Stephan Metz fünf Minuten vor dem Ende des Landesliga-Spitzenspiels zwischen seiner HSG VfR/Eintracht Wiesbaden und dem TV Petterweil die Grüne Karte setzte, um seine spürbar verunsicherten Schützlinge mit einer einminütigen Auszeit noch einmal auf die heiße .Schlussphase in der Sporthalle am Elsässer Platz einzuschwören, hatten die Gäste ihren zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand auf den Ligaprimus aus der hessischen Landeshauptstadt bereits auf drei Treffer verkürzt und schnupperten an einer Sensation. »Dass es trotz unseres engagierten Auftritts am Ende doch nicht für einen Sieg gereicht hat, ist zwar ärgerlich, geht aber alles in allem in Ordnung«, zog ein nicht unzufriedener TVP-Coach Detlef Ernst trotz der 27:30 (10:14)-Niederlage seiner Schützlinge eine positive Bilanz, hatte er doch im Vorfeld der Partie gegen den turmhohen Favoriten die Parole ausgegeben, bloß nicht unter die Räder zu kommen.

»Wir haben über weite Strecken eine ordentliche Leistung gezeigt und dem Tabellenführer das Leben sehr schwer gemacht. Um gegen ein solches Spitzenteam gewinnen zu können, muss von der ersten bis zur letzten Minute einfach alles stimmen - das war bei uns leider nicht der Fall«, sah der Petterweiler Übungsleiter die Gründe für die Niederlage in der fehlenden Einstellung seiner Akteure in den ersten 30 Minuten. »Der absolute Siegeswille hat mir besonders im ersten Durchgang gefehlt.«

Nachdem sich beide Mannschaften in der Anfangsphase über weite Strecken neutralisiert hatten, wurden die Gastgeber ihrer Favoritenrolle Mitte der ersten Halbzeit zunehmend gerecht und bauten ihre Führung bis zur 15. Minute auf vier Treffer aus (7:3). Angetrieben von den emsigen Martin Peschke und Heiko Trinczek konnte der TVP den Rückstand zwar noch einmal auf zwei Treffer verkürzen (9:7/20.), musste dem hohen Tempo der Hausherren gegen Ende des ersten Durchgangs dann aber Tribut zollen. »Schon vor der Pause haben wir zu viele einfache Gegentreff er über die Außenpositionen kassiert und zudem ein ungeschicktes Verhalten in den Eins¬gegen-Eins-Situationen an den Tag gelegt«, musste der Petterweiler Übungsleiter einräumen.

Auch nach dem Wechsel zunächst dasselbe Bild: Der Spitzenreiter bestimmte das Spielgeschehen und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus beim 24:17 (45.) führte Wiesbaden erstmals mit sieben Treffern. In der Folge bewiesen die Gäste jedoch Moral und kämpften sich bis auf drei Treffer an die Metz-Schützlinge heran (29:26/55.). Für mehr sollte es aus Sicht der Wetterauer am Ende jedoch nicht reichen.

»Wir nehmen das Wissen, dass wir uns noch steigern müssen, genauso aus dieser Partie mit wie die Erkenntnis, dass wir gegen ein Spitzenteam vom Kaliber des Tabellenführers mithalten können. In Wiesbaden konnten wir nur gewinnen, zuhause gegen Ober-Eschbach wird es ungleich schwerer für uns«, richtet Ernst seinen Blick bereits auf das Derby gegen die TSG Ober-Eschbach am kommenden Sonntag in eigener Halle ab 18 Uhr.

HSG VfR/Eintracht Wiesbaden: Eisenbach, Kaltwasser; Blume, Delnef (2), Fuchs (1), Garbo (2), Kaplan (9/5), Seiwert, Dottorello (4), Warakuta, Müller (2), Kellner(5), Engel (5), Dietz.

TV Petterweil: Michalke, Wassberg; Peschke (9/5), Weis (4), Koffler, Trinczek (4), Olbrich (3), Lange, Kunkel (3), Schneider (2), Rautschka, Alexander Koch (1), Scherrer (1), Thorsten Koch.

Im Stenogramm:
Schiedsrichter: Loh/Petry (Hüttenberg/Lützellinden).
Zeitstrafen: 16:16 Minuten.
Siebenmeter: 5/5:8/5.
Zuschauer: 250.


Wetterauer Zeitung vom Montag, 14. November 2011

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