Volle Pulle erst nach Pause
Es bleibt dabei: die HSG VfR/Eintracht Wiesbaden ist in der Handball-Landesliga Mitte (Männer) nicht zu schlagen! Diese Erfahrung musste am Wochenende auch der TV Petterweil machen, der in der Landeshauptstadt mit 27:30 (10:14) den Kürzeren zog.
Durch die Niederlage rutschten die Schützlinge von TVP-Trainer Detlef Ernst im Klassement hinter die HSG Hochheim/Wicker (14:6 Zähler nach 34:30-Sieg beim VfL Goldstein) auf den vierten Tabellenplatz ab und liegen bei nun 12:6 Punkten bereits fünf Zähler hinter Spitzenreiter Wiesbaden (15:1), dem derzeit anscheinend nur der TV Hüttenberg II (15:3 nach knappem 26:23-Erfolg bei TV Idstein) das Wasser reichen kann.
Kommenden Sonntag (18 Uhr) empfangen die Petterweiler den Tabellensechsten TSG Ober-Eschbach (10:8 Punkte) zum ewig jungen Prestigederby.
Für Detlef Ernst war der Wiesbadener Sieg am Samstagabend zwar "durchaus in Ordnung gegangen", wenngleich man mit einem beeindruckenden Schlussspurt nach zwischenzeitlichem 17:24-Rückstand (45.) noch einmal bis auf drei Tore zum 26:29 (55.) verkürzt und den Tabellenführer durchaus ein wenig ins Wanken gebracht hatte. Damit hatten die Petterweiler die Vorgabe ihres Trainers, der in unserer Vorschau noch gehofft hatte, "bei dem aus meiner Sicht kommenden Meister bloß nicht unter die Räder zu geraten", mehr als erfüllt.
Wenn man nach der nur knappen Niederlage Kritikpunkte ansprechen wollte, dann gilt dies für die "Gelb-Schwarzen" für die erste Halbzeit, in der der TVP nicht das Allerletzte aus sich herausgekitzelt hatte. "Wenn wir von der 1. bis zur 60. Minute eine Topeinstellung an den Tag gelegt hätten, dann wäre für uns in Wiesbaden auch ein Sieg möglich gewesen. Schade, dass wir erst in der zweiten Hälfte diesem Spitzenteam das Leben richtig schwergemacht hatten", so Ernst.
Die Wiesbadener hatten im Stil eines Tabellenführers bzw. Aufstiegsfavoriten losgelegt und mit einer 7:3-Führung (15.) für erste klare Fronten gesorgt. Der TVP hielt aber dagegen und konnte den Rückstand wieder auf zwei Treffer (9:7/20.) verkürzen. Dieser Zwischenspurt hatte die Gäste offensichtlich viel Energie gekostet, und so konnte Wiesbaden bis zur Pause – bedingt durch Petterweiler Abwehrschwächen auf den Außenpositionen – wieder auf vier Treffer (14:10) wegziehen. Hinterher bemängelte Detlef Ernst, sein Team habe in dieser Phase zu viele einfache Tore zugelassen. Recht hatte er!
Dies ließ sich zunächst auch zu Beginn der zweiten Hälfte nicht korrigieren, und so bauten die Landeshauptstädter die Führung bis auf 24:17 nach 45 Minuten aus – die Punkte schienen damit bereits vergeben. Urplötzlich ging aber noch einmal ein merklicher Ruck durch das TVP-Team, das – nach dem scheinbar unaufholbar wirkenden Wiesbadener Vorsprung – wie befreit auftrumpfte und dabei den Rückstand Tor um Tor "wegknabberte". Plötzlich hieß es aus Sicht der Gastgeber nur noch 29:26 (55.). Näher als bis auf jene drei Treffer ließ die HSG ihren im zweiten Abschnitt mehr als ebenbürtigen Gegner, der bewiesen hat, dass er mit der richtigen Einstellung vor keinem Gegner in der Landesliga zurückstecken müsste, aber nicht mehr herankommen
TVP: Michalke, Wassberg; Peschke (9/5), Weis (4), Koffler, Trinczek (4), Olbrich (3), Kunkel (3), Schneider (2), Rautschka, Lange, T. und A. Koch (1), Scherrer (1). gg
Bad Vilbeler Neue Presse vom Dienstag, 15. November 2011
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